DA bleibt mir doch die LUFT weg

DA bleibt mir doch die LUFT weg

Dauerstress, Erschöpfung und das Gefühl, trotz ausreichend Schlaf einfach nicht mehr richtig in die Gänge zu kommen – viele Menschen kennen diesen Zustand. Unser moderner Lebensstil fordert Körper und Nervensystem täglich heraus. Doch was, wenn es eine Methode gäbe, die tief in den Zellen ansetzt, um neue Energie zu aktivieren?

Die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT) ist ein innovatives Verfahren, das gezielt mit wechselnden Sauerstoffreizen arbeitet – um die Mitochondrien, also die „Kraftwerke der Zellen“, zu regenerieren. Ganz ohne Anstrengung und auf natürlichem Weg.

In diesem Beitrag verraten wir, wie IHHT funktioniert, für wen es sich besonders eignet – und warum es gerade für gestresste und erschöpfte Menschen eine echte Unterstützung sein kann.

HISTORIE und ENTWICKLUNG
Die ersten systematischen Anwendungen von Hypoxietraining wurden ab etwa 1960 für Kosmonauten, Piloten und Leistungssportler entwickelt. Ziel war, die Leistungsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Zellgesundheit unter extremen Bedingungen zu verbessern.

Anfang unseres Jahrtausends haben Westliche Wissenschaftler und Medizintechniker – u. a. in Deutschland, Österreich und der Schweiz – begonnen, IHHT in Form eines maschinengesteuertes, sicheres Zelltraining mit wechselnder O₂-Konzentration zu entwickeln.

Der Wissenschaftliche Nachweis für die zelluläre Wirkung von Hyperoxie auf unsere Zellen wurde 2019 mit dem Nobelpreis für Medizin prämiert. William G. Kaelin Jr., Sir Peter J. Ratcliffe und Gregg L. Semenza haben nachgewiesen wie Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen und sich an Hypoxie anpassen.

EINSATZ VON IHHT
Mit der Veränderungen in der Zelle sowie im Gewebe unterstützt ein längerfristiges IHHT Training (2-3 Behandlungen pro Woche über 5 Wochen) insbesondere die Behandlung von Schlaflosigkeit, Stress, Leistungsdefiziten, Bluthochdruck oder Arterienverengung. Ebenso verbessert IHHT die sportliche Leistungsfähigkeit (VO2max) und die Regeneration.

"Die IHHT-Behandlung hat auf meinen Körper sehr positiv gewirkt. Nach anfänglicher Müdigkeit nach den ersten beiden Terminen, merkte ich, dass nach dem 5./6. Termin nachhaltig mehr Vitalität in meinen Körper zurückkam." (C. Daxböck)

RISIKOFAKTOREN
Die Abklärung etwaiger persönlicher Risikofaktoren eines IHHT Trainings mit Ihrem Arzt ist in jedem Fall empfohlen. Verzichten sollten insbesondere Frauen in der Schwangerschaft sowie Personen mit akuten Herzkreislauf Erkrankungen, schweren Lungenerkrankungen, Neurologischen Erkrankungen, Onkologischen Erkrankungen sowie bei psychischen Erkrankungen, Infekten und Fieber.

TRAININGSVERLAUF
Zu Beginn eines Trainings, insbesondere vor der ersten Einheit, erfolgen ein Atemanhaltetest und ggf. eine HRV Kurzmessung. Je nach Resultat wird das nachfolgende Training individuell über folgende Phasen gestaltet:

Atemanhaltetest

Der Atemanhaltetest (Hyperoxietoleranztest) ermöglicht Rückschlüsse auf die aktuelle Sauerstoffverwertung und Belastbarkeit des Organismus.

Hypoxie

Unter Hypoxie versteht man eine Sauerstoffunterversorgung. Also einen Sauerstoffanteil in unserer Atemluft von weniger als 21%. Wir begegnen ihr in größerer Höhe, beim Bergsteigen ebenso wie bei einer Fahrt mit dem Heißluftballon, Segelfliegen oder Paragleiten. Bereits aber einer Höhe von 1000 HM gilt es die reduziert vorhandenen Sauerstoffanteil zu berücksichtigen. Menschen die in größere Höhen leben (z.B. Bergdörfer oder Himalaya) sind somit einer dauerhaften Hypoxie ausgesetzt.

Unser Organismus reagiert auf diese Unterversorgung mit einer erhöhten Atem- und Herzfrequenz (Sympathikus) sowie in Folge mit der vermehrten Produktion roter Blutkörperchen (Hämoglobin). Je nach Konstitution und Höhe benötigt diese Anpassung ein oder mehrere Tage.

Hyperoxie

Im Gegensatz zur Hypoxie versteht man unter Hyperoxie eine Sauerstoff Überversorgung bzw. einen Anteil des Sauerstoffs in der Atemluft von mehr als 21%. Anders als bei der Hypoxie ist die Hyperoxie nur mit maschineller Unterstützung, über eine kontrollierte Sauerstoffzufuhr mit erhöhtem O₂-Gehalt (z. B. 30–40 %) in Verbindung mit einer Atemmaske oder in einem Sauerstoffzelt, möglich.

Normoxie

Norm = Normal, also der normale, in unserer Atmosphäre auf Meereshöhe, vorherschende Anteil (21%) von Sauerstoff in der Atemluft. Nach jeder Phase der Hypoxie und Hyperoxie folgt sie als dritte Phase jedes IHHT Mikrozyklus.

Dies entspricht einem Trainingszyklus. Je nach Trainingsziel und -entwicklung zu können die Dauer der Phasen innerhalb eines Zyklus ebenso wie die Anzahl der Zyklen pro Trainingseinheit variieren.

Mitochondrien

Mitochondrien sind die Zellkraftwerke unseres Körpers. Eingebettet im Zellkern erstellen sie über den "Citratzyklus" ATP (Adenosin Triphosphat). So bezeichnet man das Treibstoffgemisch für die Energieerzeugung.

Pulsoximetrie (Messung der Sauerstoffsättigung)

Insbesondere seit der Corona Pandemie, haben wir uns mit diesem Begriff vertraut gemacht. Damals wurde im Fall einer Infektion, die laufende Überprüfung der Sauerstoffsättigung im Blut empfohlen bzw. bei einer Sättigung unter 95% einen Arzt zu kontaktieren. Im Optimalfall beträgt der wert 99-100%.

Im Rahmen einer IHHT Behandlung wird die Messung der Sättigung zur automatisierten Kontrolle aller Phasen verwendet. Wird der, für das individuelle Training, eingestellte Minimumwert unterschritten, wird der Sauerstoffanteil automatisch erhöht. In rasch und länger anhaltender Wert um 100% in der Phase der Hyperoxie umso optimaler der Trainingsnutzen.